Kanzlerin in der Flüchtlingskrise?

Der „Spiegel“ meinte, dass die „Ungefähre“ jetzt in der Flüchtlingskrise klare Kante zeigt: „Ich muss ganz ehrlich sagen: wenn wir jetzt anfangen müssen, uns zu entschuldigen dafür, dass wir in Notsituationen ein freundliches Gesicht zeigen, dann ist das nicht mein Land.“

Schön, dass sie diesen Satz gesagt hat.
Aber sonst?

Deutschland hat sich lange und erfolgreich gegen eine Führungsrolle in der EU gewehrt und sich mit Geld aus allen großen Konflikten heraus gekauft.
Das hat sich verändert, Griechenland war das erste Land, welches deutsche Führung, Kompromisslosigkeit und Kälte zu spüren bekam.
Die EU sollte mehr sein als die frühere schnöde Wirtschaftsgemeinschaft EWG – vielleicht irgendwann ein gemeinsames Europa, mit gemeinsamen werten und gemeinsamer Verantwortung.
Doch davon sind wir weiter weg als vor einem Vierteljahrhundert.
Wie kann sich Groß-Britannien ganz aus der Verantwortung stehlen? Wie können Serbien, Albanien, Mazedonien oder der Kosovo auf eine Mitgliedschaft hoffen, solange dort Minderheiten wie Sinti und Roma verfolgt und diskriminiert werden?
Wieso ist Ungarns Verhalten tolerierbar?
Wenn wir denn so wichtig, so mächtig, so führend sind, dann ist es an der Zeit, Solidarität, gemeinschaftliches Handeln und auch gemeinsam zu tragende Kosten einzuklagen.
Selbst wenn uns dann manche vielleicht noch ein bisschen weniger lieb haben als ohnehin schon.